Wie wird die DWZ berechnet? Formel, K-Faktor und DWZ-Index erklärt

Die neue DWZ nach einem Turnier ergibt sich aus einer einzigen Formel: Rn = R0 + K·(W − We) – deine alte Wertungszahl plus dem Entwicklungsfaktor K, multipliziert mit der Differenz zwischen den tatsächlich erzielten Punkten und der Punkterwartung. Auf dieser Seite zerlegen wir jeden Baustein und zeigen die vollständige K0-Tabelle offen aus den verifizierten DSB-Wertungsordnungs-Konstanten.

Die Grundformel

Der Kern jeder DWZ-Berechnung ist die Formel Rn = R0 + K·(W − We). Die vier Bausteine bedeuten:

Spielst du also genau nach Erwartung (W = We), bleibt deine DWZ unverändert. Jeder über- oder unterdurchschnittliche Punkt gegenüber der Erwartung schlägt mit dem Faktor K auf deine neue Zahl durch.

Die Punkterwartung (We)

Für jede einzelne Partie wird eine Punkterwartung berechnet. Sie hängt allein vom DWZ-Unterschied D = eigene DWZ − Gegner-DWZ ab. Der DSB leitet die amtliche Wahrscheinlichkeitstabelle aus der Gauß-Normalverteilung ab; ausgewertet entspricht sie exakt der Formel P(D) = 0,5·(1 + erf(D/400)).

Bist du gleich stark wie dein Gegner (D = 0), liegt die Erwartung bei 0,50. Bist du 100 Punkte stärker (D = +100), erwartest du rund 0,64 Punkte; bist du 100 Punkte schwächer (D = −100), sind es rund 0,36. Die Punkterwartung We für das gesamte Turnier ist die Summe dieser Einzelerwartungen über alle Partien.

Der Entwicklungsfaktor K

Der Entwicklungsfaktor bestimmt das Tempo der Veränderung. Er berechnet sich aus dem Grundwert K0, einem Bremsfaktor b und einem Erfolgsaufschlag a: K = K0·b + a. Das Ergebnis wird auf eine Nachkommastelle gerundet und ist nach oben durch Kmax = 80 begrenzt. Ein großes K bedeutet: Ein einzelnes Turnier verschiebt deine DWZ deutlich. Ein kleines K: deine Zahl reagiert nur träge.

Die K0-Tabelle

Der Grundwert K0 wird aus deinem DWZ-Index und deiner Altersgruppe abgelesen. Viele Rechner verstecken diese Tabelle – wir zeigen sie vollständig und rendern sie direkt aus den verifizierten Konstanten der DSB-Wertungsordnung, damit sie nie von unserer Berechnungs-Engine abweichen kann.

DWZ-IndexJugend (DWZ < 2200)Erwachsene (DWZ < 2000)Meisterklasse (DWZ ≥ Schwelle)
1606060
2606060
3484441
4464239
5444037
6423835
7403633
8383431
9363229
10343027
11+322825

Die Spalte „Meisterklasse“ gilt für beide Altersgruppen ab der jeweiligen Schwelle (Jugend ab 2200, Erwachsene ab 2000) und ist für Jugend und Erwachsene identisch. Werte gerendert aus den verifizierten WO-Konstanten – nicht abgetippt.

Erfolgsaufschlag und Bremsfaktor

Zwei Zusätze feinjustieren den Faktor K, greifen aber nur in bestimmten Fällen:

Der Bremsfaktor schützt schwächere Spieler vor zu großen Abstürzen, der Erfolgsaufschlag belohnt vor allem aufstrebende Jugendliche und Neueinsteiger mit etwas schnellerem Fortschritt.

Was bedeutet der DWZ-Index?

Der DWZ-Index zählt, wie oft deine Wertungszahl bereits ausgewertet wurde – er ist also ein Maß für deine „Wertungserfahrung“. Ein kleiner Index (wenige Auswertungen) führt zu einem hohen K0-Grundwert und damit zu größeren Sprüngen; mit steigendem Index sinkt K0, und deine DWZ stabilisiert sich. Für neue Wertungszahlen gilt nach der Umstellung eine Untergrenze von 1100.

Rechenbeispiel

Ein Erwachsener mit einer DWZ von 1500 und DWZ-Index 5 spielt sieben Partien:

RundeGegner-DWZDPunkterwartung P(D)Ergebnis
11650−1500,300,5
21400+1000,641
31550−500,430
41480+200,531
51600−1000,360,5
61350+1500,701
71520−200,470,5

Aufsummiert ergibt das W = 4,5 erzielte Punkte gegenüber einer Punkterwartung von We = 3,43. Der DWZ-Index 5 liefert bei Erwachsenen unterhalb der Schwelle den Grundwert K0 = 40. Da W ≥ We ist, entfällt der Bremsfaktor (b = 1); der Erfolgsaufschlag greift, weil R0 = 1500 unter 1600 liegt: a = 4. Somit K = 40 + 4 = 44.

Eingesetzt: Rn = 1500 + 44·(4,5 − 3,43) ≈ 1547 – ein Zuwachs von rund +47 Punkten für ein leicht über der Erwartung liegendes Turnier.

Häufige Fragen

Was ist der K-Faktor beim Schach?

Der K-Faktor (Entwicklungsfaktor) bestimmt, wie stark ein einzelnes Turnier deine DWZ verändert. Er setzt sich aus dem Grundwert K0 – abhängig von deinem DWZ-Index und deiner Altersgruppe – sowie einem Erfolgsaufschlag a und einem Bremsfaktor b zusammen: K = K0 · b + a. Je kleiner K, desto träger reagiert deine Wertungszahl.

Warum steigt meine DWZ nur wenig?

Mit jeder Auswertung sinkt in der Regel dein K0-Grundwert, weil dein DWZ-Index steigt – deine Zahl gilt dann als besser abgesichert und bewegt sich träger. Zusätzlich bremst der Bremsfaktor b Spieler mit einer DWZ unter 1600, wenn sie schlechter abschneiden als erwartet. Beides führt dazu, dass sich deine DWZ nach vielen Turnieren nur noch in kleinen Schritten ändert.

Wie beeinflusst der DWZ-Index meine neue Wertungszahl?

Der DWZ-Index zählt, wie oft deine DWZ bisher ausgewertet wurde. Ein niedriger Index bedeutet einen hohen K0-Grundwert und damit größere Sprünge nach oben oder unten. Mit steigendem Index sinkt K0, sodass sich deine Zahl stabilisiert. Der Index steht in der amtlichen DWZ-Auskunft direkt hinter der Wertungszahl.

Warum weicht die Prognose von der amtlichen DSB-Auswertung ab?

Diese Berechnung ist eine unverbindliche Beta-Prognose. Kleine Abweichungen zur finalen DSB-Auswertung sind möglich – etwa durch nachträglich korrigierte Ergebnisse, Gegner ohne DWZ oder abweichende Turnierdaten. Verbindlich ist immer die offizielle Auswertung des Deutschen Schachbunds im Wertungsportal.

Du willst es direkt ausprobieren? Du kannst hier deine neue DWZ berechnen – einfach den chess-results.com-Link deines Turniers einfügen. Und wenn deine Zahl 2026 ohne Turnier gestiegen ist, erklärt die DWZ-Anhebung 2026 die einmalige Neukalibrierung der Skala.

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