DWZ-Rechner · Wissen

So wird die DWZ berechnet

Die Formel Rn = R0 + K·(W − We) Schritt für Schritt: Gewinnerwartung, Entwicklungsfaktor, Rundung, Untergrenze — mit Beispiel aus dem Rechenkern.

Die Grundformel (WO 3.5.2)

Für jeden Spieler mit vorhandener DWZ gilt nach jedem Turnier: Rn = R0 + K · (W − We). Dabei ist R0 die bisherige DWZ, W die erzielten Punkte aus den wertbaren Partien, We die Summe der Gewinnerwartungen und K der Entwicklungsfaktor.

Das Ergebnis wird auf eine ganze Zahl gerundet. Liegt es unter 1100, wird es auf 1100 gesetzt — das ist seit der Umstellung 2026 die Untergrenze der DWZ.

Die DWZ ändert sich also nur, wenn du mehr oder weniger Punkte holst, als deine bisherige Zahl gegen diese Gegner erwarten lässt. Ein Turnier „nach Erwartung“ lässt die DWZ praktisch unverändert.

Gewinnerwartung: was ist „erwartet“? (WO 3.3, Anhang 2.1)

Für jede Partie wird die Differenz D = R0 − R(Gegner) gebildet. Die Gewinnerwartung ist P(D) = NORMVERT(D; 0; √80000), also eine Normalverteilung mit Standardabweichung 200·√2 ≈ 283.

  • Gleich starker Gegner (D = 0): Erwartung 0,50.
  • 100 Punkte stärker als der Gegner: etwa 0,64. 200 Punkte: etwa 0,76. 400 Punkte: etwa 0,92.
  • 200 Punkte schwächer: etwa 0,24. Verlierst du gegen einen deutlich stärkeren Gegner, kostet das kaum etwas; gewinnst du, bringt es viel.

We ist die Summe dieser Werte über alle wertbaren Partien. Die WO erlaubt Rechenprogrammen ausdrücklich, mit Gleitkomma-Genauigkeit statt mit den gerundeten Tabellenwerten zu rechnen; Unterschiede sind vernachlässigbar.

Welche Partien zählen?

Gewertet werden nur gespielte Partien gegen Gegner, für die eine Wertungszahl vorliegt: eine DWZ (R0), eine im Turnier neu ermittelte Erst-DWZ (R1, WO 3.4.4.2) oder eine Fremdwertung wie die FIDE-Elo (WO 4.1.2).

  • Kampflose Partien, spielfreie Runden und Freilose gehen nicht in die Wertung ein.
  • Partien gegen Gegner ohne jede Wertung fallen aus der Berechnung; W und We werden nur über die verbleibenden Partien gebildet.
  • Erreicht ein Gegner eine Turnierleistung, die mehr als 300 Punkte über seiner DWZ liegt, zählt er für dich mit dieser Leistung (Sonderwertung, WO 3.6.3).

Beispiel, gerechnet mit demselben Rechenkern wie die Prognose

Ein Spieler (Jahrgang 1985, also 41 Jahre im Turnierjahr 2026) mit DWZ 1650 und Index 12 spielt fünf Partien: 1580 (Sieg), 1720 (Remis), 1810 (Niederlage), 1600 (Sieg), 1690 (Remis).

  • Punkte W = 3,0; Gewinnerwartung We = 2,30 (Summe der fünf Einzelerwartungen).
  • Entwicklungsfaktor: K0 = 28 (Erwachsene unter 2000, Index 12), Erfolgsaufschlag a = 0,0, Bremsfaktor b = 1,00 → K = 28,0.
  • Rn = 1650 + 28,0 · (3,0 − 2,30) = 1669,6 → gerundet 1670.

Genau diese Schritte zeigt der Rechner unter „Rechenweg“ für dein eigenes Turnier — mit den Fundstellen in der Wertungsordnung.

Was die Prognose nicht wissen kann

  • Restpartien: Spieler ohne DWZ sammeln über mehrere Turniere Partien, bis eine Erst-DWZ möglich ist (WO 3.4.2). Diese früheren Partien kennt der Rechner nicht — Erst-DWZ-Schätzungen sind deshalb „bedingt“.
  • Nachträgliche Korrekturen der Turnierergebnisse durch den Veranstalter oder die Wertungszentrale.
  • Ob eine Fremdwertung von der Wertungszentrale tatsächlich als vergleichbar anerkannt wird (WO 4.1.2).
  • Den genauen Auswertungszeitpunkt: Wird ein anderes Turnier zuerst ausgewertet, ist dein R0 dort schon ein anderes.

Häufige Fragen

Warum steigt meine DWZ trotz 50 % nicht?

Weil 50 % gegen im Schnitt schwächere Gegner unter der Erwartung liegt. Entscheidend ist W − We, nicht der Punktestand.

Wird die DWZ gerundet?

Ja, Rn wird auf eine ganze Zahl gerundet (WO 3.5.2). Der Entwicklungsfaktor K wird vorher auf eine Dezimalstelle gerundet (Anhang 1.3).

Kann die DWZ unter 1100 fallen?

Nein. Ist Rn nach der Formel kleiner als 1100, wird sie auf 1100 gesetzt (WO 3.5.2).

Quelle: DSB-Wertungsordnung, gültig ab 8. Juni 2026. Stand dieser Seite: 14.9.2026. Inoffizielle Erklärung, keine Rechtsauskunft.

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