Erst-DWZ, Vereinslose und Fremdwertung
Wer eine erste DWZ bekommt und wie sie berechnet wird (WO 3.4), warum Vereinslose keine DWZ erhalten (WO 3.4.3) und wann die FIDE-Elo als Fremdwertung zählt (WO 4.1.2).
Wer bekommt eine Erst-DWZ? (WO 3.4.1)
Eine Erst-DWZ R1 erhalten Spieler, die vor Turnierende weder eine DWZ noch eine verwendbare Fremdwertung haben.
- 1. Stufe: mindestens 5 Gegner mit DWZ und darin mindestens 0,5 Punkte — Restpartien früherer Turniere zählen mit.
- 2. Stufe: mindestens 5 Partien gegen Gegner, die ebenfalls gerade ihre Erst-DWZ bekommen (Gesamtiteration).
Reichen die Partien nicht, werden sie als Restpartien gespeichert und mit späteren Turnieren zusammengefasst (WO 3.4.2). Sie verfallen nach zwei Jahren (WO 4.1.1).
Wie wird sie berechnet? (WO 3.4.4, Anhang 1.2.2)
Ausgangspunkt ist der Gegnerschnitt Rc plus D(p), wobei p der Punkteanteil ist. Anschließend wird iteriert, bis Punkte und Erwartung übereinstimmen (Ri). Bei 100 % wird ein fiktives Remis gegen Rc angesetzt.
Dann greift eine Korrektur, die junge Zahlen zur Mitte zieht: R1 = Ri, wenn Ri ≥ 2000; R1 = Ri + 0,08 · (2000 − Ri), wenn 1100 ≤ Ri < 2000; R1 = 1100 + 9 · 0,08 · Ri / 11, wenn Ri ≤ 1100. Ein negatives Ri wird auf 0 gesetzt; die kleinste Erst-DWZ ist 1100.
Die korrigierte R1 gilt anschließend auch als Gegnerwertung für die etablierten Spieler des Turniers (WO 3.4.4.2) — deshalb zählen Partien gegen „ungewertete“ Spieler in der Prognose, sobald diese eine Erst-DWZ erreichen.
Vereinslose Spieler (WO 3.4.3)
Vereinslose werden in die Berechnungen einbezogen — für ihre Gegner zählen sie ganz normal —, für sie selbst werden aber weder DWZ noch Restpartien ausgewiesen oder gespeichert.
Tritt ein Vereinsloser in einen Verein ein, können Turniere innerhalb Jahresfrist nachträglich gewertet werden. Der Rechner zeigt eine Erst-DWZ-Schätzung deshalb als „bedingt“: Sie sagt, was die Zahl wäre, nicht, dass sie vergeben wird.
Fremdwertung: FIDE-Elo statt DWZ (WO 3.4.1, 4.1.2)
Für Spieler ohne DWZ — insbesondere ausländische — sollen FIDE-Wertungszahlen (nachrangig fremd-nationale Zahlen) eingesetzt werden, sofern die Wertungszentrale sie als vergleichbar eingestuft hat. Im Beispiel der WO (Anhang 3.1) wird die Elo 1:1 übernommen.
Wer eine verwendbare Fremdwertung hat, bekommt keine Erst-DWZ aus dem Turnier; die Fremdwertung ist sein R0. Der Rechner markiert solche Gegner mit „Fremdwertung“.
Ob eine Fremdwertung im Einzelfall anerkannt wird, entscheidet die Wertungszentrale — der Rechner kann das nur annehmen.
Häufige Fragen
Ich habe fünf Partien gespielt, warum zeigt der Rechner keine Erst-DWZ?
Gezählt werden nur Partien gegen Gegner mit DWZ (1. Stufe) und es muss mindestens ein halber Punkt darin erzielt sein (WO 3.4.1.1). Kampflose Partien zählen nicht.
Zählt für einen Vereinslosen mit Elo die Elo oder eine Erst-DWZ?
Die Elo als Fremdwertung — sie schließt die Erst-DWZ aus (WO 3.4.1). Vereinslose bekommen ohnehin keine DWZ ausgewiesen (WO 3.4.3).
Warum kann meine Erst-DWZ vom Rechner abweichen?
Der Rechner kennt deine Restpartien aus früheren Turnieren nicht (WO 3.4.2). Die Wertungszentrale rechnet sie mit ein.
Quelle: DSB-Wertungsordnung, gültig ab 8. Juni 2026. Stand dieser Seite: 14.9.2026. Inoffizielle Erklärung, keine Rechtsauskunft.